Dom St. Johannes und Donatus, Meißen (Sachsen)


Der Meißener Dom ist eine der deutschen Kirchen, in denen sich der "französische" Stil der Gotik am reinsten und zugleich mit am schlichtesten ausprägt. Nachdem Kaiser Otto der Große 968 das Bistum Meißen gegründet hatte, entstand auf dem Burgberg eine Kapelle, die im 11. Jahrhundert in eine romanische Basilika umgebaut wurde.
Zwischen 1240 und 1260 begann der Bau des heutigen Doms als gotischer Hallenkirche. 1268 wurden die ersten Messen im Chor gefeiert. Bis Ende des 13. Jahrhunderts ging der Bau gut voran, danach gerieten die Arbeiten ins Stocken. Kurz nachdem 1410 das Langhaus fertiggestellt war, zerstörte ein Blitz die Westfront mit den beiden Türmen - für die nächsten 500 Jahre. Erst zwischen 1903 und 1909 wurden die beiden 81 Meter hohen Westtürme im Stil der Neugotik hinzugefügt. Bis 1581 war der Dom Bischofskirche, dann wurde der Bischofssitz nach Dresden verlegt. 1921 errichtete Benedikt XV. das Bistum Meißen neu, allerdings mit Sitz in Bautzen. Seit der erneuten Verlegung des Bischofssitzes nach Dresden 1980 heißt das Bistum offiziell Dresden-Meißen. Beachtenswert sind die Grabkapelle der Wettiner vor der Westfassade und der Kreuzgang mit spätgotischem Zellengewölbe (1470). Zusammen mit der direkt angebauten Albrechtsburg beherrscht der hoch über der Elbe liegende Dom Stadt und Umland. (F. Vollmer)
Aufnahmen: 3/2007 (Bilder1-11) © Frank Vollmer, 6/2010
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