Dom St. Johannes und St. Laurentius, Merseburg, Sachsen-Anhalt

Das Ensemble aus Schloss und Dom überragt die Stadt Merseburg in Sachsen-Anhalt. Otto I. gründete hier zum Dank für seinen Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld 968 ein Bistum. 981 aufgehoben, wurde es schon 1004 von Heinrich II. neu begründet. 1015 legte Bischof Thietmar den Grundstein zum Neubau der Bischofskirche. Aus der Zeit nach 1015 stammt der älteste Teil des heute erhaltenen Baus, die Hallenkrypta. Chor, Querhaus und Vorhalle wurden um 1230 spätromanisch erneuert. Das Schloss erhielt sein Aussehen der frühen Renaissance unter Bischof Thilo von Trotha um 1500. Vorhalle und Langhaus des Doms mit dem Netzgewölbe stammen aus der Zeit zwischen 1510 und 1537. Die Orgel (1855/56) ist eine der größten in Deutschland aus der Zeit der Romantik. Außerdem birgt der Dom reiche Ausstattung: Grabdenkmäler, ein kostbares Chorgestühl und mehrere Altäre. Das soeben neu eröffnete Dommuseum mit Bibliothek verwahrt mit den Merseburger Zaubersprüchen aus dem 10. Jahrhundert eines der ältesten Zeugnisse der deutschen Sprache. Makaber: Nebenan ist die abgeschlagene und mumifizierte rechte Hand Rudolfs von Rheinfelden ausgestellt, der 1080 als Gegenkönig Heinrichs IV. in der Schlacht von Hohenmölsen so schwer verwundet wurde, dass er kurz darauf starb. Rudolf ist im Dom bestattet. Vor dem Dom wacht in einem großen Käfig der Merseburger Rabe - heute endlich artgerecht gehalten.



Aufnahmen: 3/2007, © Frank Vollmer
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